Wenn der normalerweise glatte, glänzende und elastische Gelenkknorpel, der bis zu 5 mm dick ist, seine wertvollen Eigenschaften verliert, verhärtet und ausdünnt, spricht man von Arthrose. Dadurch, dass der Knorpel zunehmend die Fähigkeit verliert Stöße und Druck zu dämpfen, nehmen auch das aufeinander abgestimmte Gleiten der Gelenkflächen und die Gelenkbeweglichkeit ab. Da der Knorpel weder über Blutgefäße noch Nerven verfügt, erfolgt seine Ernährung ausschließlich über die Gelenkflüssigkeit. Diese wiederum muss für die Knorpelversorgung regelmäßig ausgetauscht werden, was durch die Bewegung des Gelenks erfolgt. Die Gelenkflüssigkeit wird hierbei unter Belastungsdruck aus dem Knorpel ausgepresst und in der Entlastungsphase wie ein Schwamm wieder aufgesogen. Da die Knorpelernährung nur über diesen Mechanismus erfolgt ist die Gelenkbewegung für die Knorpelgesundheit sehr wichtig, das Gelenk lebt also von der Bewegung.

Ursachen

Vor allem Sportunfälle und einige spezielle Erkrankungen (Osteochondrosis dissecans, auch bekannt unter dem Begriff „Gelenkmaus“) mit Minderdurchblutung von Knochenarealen können zum Knorpelverlust am Kniegelenk oder zu einer Abscherverletzung des Knorpels führen. Auch Fehlstellungen der Beinachsen führen durch Druckspitzen innerhalb des Gelenks zu einer beschleunigten Knorpeldestruktion. Neurologische Erkrankungen oder Muskeldysbalancen führen ebenfalls zu einer ungünstigen Druckverteilung in den Gelenken. Unbehandelt können die Knorpelschäden in vielen Fällen zur Ausbildung eines frühzeitigen Gelenkverschleißes (Arthrose) führen.

Neben den normalen Alterungsveränderungen können Knorpelschäden auch durch Unfälle, Sportverletzungen, Achsfehlstellungen oder Stoffwechselerkrankungen entstehen oder begünstigt werden. Auch entzündliche Erkrankungen (z.B. Rheuma) der Gelenkschleimhaut, welche für die Produktion der Gelenkschmiere zuständig ist, können zu einer Arthrose führen. Alterungs- oder verletzungsbedingt kann die Knorpeloberfläche rau und brüchig werden und hierdurch den Verschleißprozess einleiten. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper in jüngeren Jahren kleinere Schäden selbst beheben. Die Knorpelregeneration ist aber im Erwachsenenalter nur begrenzt möglich, vielmehr kann es zu einer Ausdehnung des Knorpelschadens und einer zunehmenden Ausdünnung der Knorpelschicht mit Abriebpartikeln kommen bis schließlich kein Knorpelüberzug mehr auf den Gelenkflächen vorhanden ist.

Symptome

Da der Knorpel keine Nerven hat verursachen kleine Knorpelschäden zunächst keine Schmerzen. Wenn es jedoch zu mehr Knorpelabrieb mit winzigen Gelenkpartikeln kommt, müssen diese von den Zellen der Gelenkschleimhaut abgebaut werden. Das wiederum kann eine schmerzhafte Reizung der Gelenkschleimhaut auslösen, da diese gut mit Nerven versorgt ist. Wenn dieser Abbauprozess voll im Gange ist, kommt es begleitend zu Überwärmung, Rötung und Erguss des Gelenks sowie zu Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung.

Diagnose

Bereits eine genaue Beschreibung Ihrer Beschwerden gibt uns erste Hinweise auf einen Gelenkverschleiß. Bei der anschließenden gründlichen körperlichen Untersuchung des schmerzhaften Gelenks sowie angrenzender Regionen finden wir dann häufig typische Veränderungen. Für die Beurteilung der Knorpelveränderungen, des Arthroseausmaßes und Gelenkzustands sind Röntgenaufnahmen maßgeblich. Mittels einer MRT-Untersuchung lassen sich Veränderungen an den nicht knöchernen Gelenkstrukturen wie Menisken, Bänder, Sehnen usw. feststellen.

Therapie

Die Therapie der Arthrose ist vielfältig und wird von verschiedenen Parametern bestimmt wie vom Verschleißgrad, den Beschwerden und eventuellen Begleiterkrankungen sowie dem Leidensdruck und den Erwartungen des Patienten. Ziel ist es neben der Schmerzlinderung den fortschreitenden Gelenkverschleiß zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern. Hier reicht das therapeutische Spektrum von konservativen Therapien mit Schmerztherapie und funktionellen muskelstabilisierenden Übungen über gelenkerhaltende Operationsverfahren (Kniechirurgie, Schulterchirurgie, Sportorthopädie) bis hin zu einem künstlichem Gelenkersatz (künstliches Kniegelenk, künstliches Hüftgelenk, künstliches Schultergelenk).

Zunächst sollten konservative Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen und Radfahren verbessern Beweglichkeit und Muskelkraft, im Einzelfall kann auch ein gezieltes Krafttraining sinnvoll sein. Im akuten Stadium einer Arthrose können Kälte- und ggf. auch Wärmeanwendungen, Umschläge (z.B. mit Retterspitz, Arnika, Quark, Kohlblättern) sowie Elektrotherapie zu einer Beschwerdelinderung führen. Die regelmäßige Einnahme von Knorpelpräparaten (z.B. Chondroitin, Glucosamin) und b. B. Schmerzmitteln oder Gelenkinfiltrationen können die Beschwerden im Alltag erträglicher machen und eine operative Therapie hinauszögern. Wenn in einem früheren Stadium noch wesentliche Knorpelanteile erhalten sind, kann ggf. durch einen knorpelerhaltenden oder -stimulierenden Eingriff ein Gelenkersatz noch hinausgezögert oder vermieden werden. Bei Achsfehlstellungen kann ggf. durch eine operative Korrektur der Beinachsen (Korrekturosteotomie) einem Fortschreiten Arthrose vorgebeugt werden.

Wenn aber nach Ausschöpfen der konservativen und gelenkerhaltenden Therapieoptionen die Beschwerden Ihren Alltag vermehrt bestimmen und Sie in Ihrer Mobilität und in Ihrer Lebensqualität zunehmend einschränkt sind besteht die Möglichkeit das schmerzhafte Gelenk durch eine Prothese zu ersetzen. Um aus diesen vielen Behandlungsmöglichkeiten die für Sie bestmögliche Therapieauswahl treffen zu können, bieten wir Ihnen gerne eine umfassende Beratung in unserer Sprechstunde an. Wenn Sie dieses Angebot wahrnehmen möchten bitten wir Sie ev. vorhandene Röntgen- und MRT-Aufnahmen mitzubringen.

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