Die Schulter kann wie alle Gelenke des Körpers einen vermehrten Verschleiß (Arthrose) aufweisen. Dabei kommt es zu einer Ausdünnung der Knorpeloberfläche. Die Häufigkeit des Schultergelenkverschleißes ist jedoch etwas seltener als an den anderen großen Gelenken wie dem Knie- oder Hüftgelenk.

Anatomie

Die Schulter ist durch ihre Funktion mehr Zug- als Druckbelastungen ausgesetzt. Dadurch ist das Risiko einer Arthrose etwas geringer als bei anderen Gelenken. Durch die besondere Form und Anatomie ist es der Schulter möglich, ein außergewöhnliches Bewegungsausmaß zu erreichen. Die Gelenkpfanne ist nur wenig gebogen und gleicht eher einem Teller, auf dem sich der kugelförmige Kopf des Oberarms sicher bewegen muss. Dieses ist nur durch ein enges Zusammenspiel stabilisierender Muskeln, Bänder, der Gelenkkapsel und der Gelenklippe möglich. Kommt es zu einer Verletzung einer der genannten Strukturen, kann die sichere Führung der Schulter aufgehoben sein und es kommt zu unnatürlichen Bewegungsmustern, die zu einem höheren Abrieb der Knorpeloberfläche an der Gelenkpfanne oder dem Oberarmkopf führen.

Ursachen

Handelt es sich um eine primäre Arthrose der Schulter ist der Verschleiß ohne erkennbare Ursache aufgetreten. Patienten mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Rheuma sind dabei häufiger betroffen.

Bei der sekundären Arthrose liegt ein Trauma zugrunde, das zu einem Schaden im Gelenk mit Verschleiß des Gelenkknorpels geführt hat.

Diagnose

In manchen Fällen wird die Diagnose einer Arthrose des Schultergelenks anhand eines Röntgenbildes gestellt, ohne dass die Patienten über Schmerzen klagen. In diesen Fällen sollte die Ursache der Arthrose, zum Beispiel eine Instabilität der Schulterdurch eine Rotatorenmanschettenverletzung ausgeschlossen werden. Das genaue Ausmaß der Arthrose und der begleitenden Schäden wird mit Hilfe einer MRT-Untersuchung beurteilt.

Symptome

Ist die Arthrose symptomatisch, klagen die Patienten oft über eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit und Schmerzen bei Bewegung bzw. in Ruhe. Das Schlafen auf der betroffenen Seite kann schmerzbedingt unmöglich sein. Besteht die Arthrose über einen langen Zeitraum kann es durch eine schmerzbedingte Schonhaltung zu einer zunehmenden Steife der Schulter kommen. Besteht eine begleitende Verletzung der Rotatorenmanschette leiden die Patienten zudem oft unter einer deutliche Kraftminderung des Armes.

Therapie

Sind die Beschwerden sehr stark, kann es notwendig sein, das betroffene Gelenk durch ein Kunstgelenk zu ersetzen, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr greifen.

Beim Schultergelenkersatz wird eine Prothese eingesetzt, die an die individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse des Patienten angepasst wird. Es werden dabei verschiedene Prothesenformen verwendet, die mit oder ohne Zement eingebracht werden können.

Ist die Rotatorenmanschette des Patienten noch intakt, kann eine anatomische Prothese verwendet werden, die die normale Anatomie der Schulter nachempfindet. Besteht bereits ein irreparabler Defekt der Rotatorenmanschette muss eine Prothese Anwendung finden, die die Funktion der Gelenkpfanne und des Oberarmkopfes umkehrt (Inverse Prothese).

Das Ziel der Operation ist die schmerfreie Beweglichkeit der Schulter. Sportliche Aktivitäten müssen mit den Patienten individuell abgesprochen und eingeplant werden.

Nachbehandlung

Nach der Operation verbleiben die Patienten ca. eine Woche im Krankenhaus und werden durch Physiotherapeuten nach einem festen Behandlungsschema mobilisiert. Der Arm wird meist für 4 Wochen in einer Bandage getragen, die zur Körperpflege und für physiotherapeutische Anwendungen abgenommen werden kann. Ein Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik wird bereits durch uns organisiert. Die Wiederherstellung des Bewegungsausmaßes wird nach ca. 10-12 Wochen erreicht.

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