Wichtige Informationen auf einen Blick

Die Haut und der Darm des Menschen sind von vielen Millionen Bakterien und Pilzen besiedelt, die für den Schutz des menschlichen Organismus vor Krankheitserregern verantwortlich sind. Diese Mikroorganismen sind für die Gesundheit, unser Immunsystem, den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel sehr wichtig und können fremde Mikroorganismen mithilfe komplexer Mechanismen verdrängen. Der Säureschutzmantel der Haut stabilisiert zudem das Wachstum dieser Bakterien und Pilze und hemmt das Wachstum von potentiell krankmachenden Keimen.

Wird dieses Gleichgewicht z.B. durch Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen, Gefäßerkrankungen oder durch die Einnahme von Medikamenten wie Immunsuppressiva oder Antibiotika verändert, kommt es zu einer Verschiebung der Darm- und Hautflora zugunsten der potentiell krankmachenden Keime. Mögliche Infektionsgefahren, die für einen gesunden Menschen mit intaktem Abwehrsystem kein Problem darstellen, können für Patienten mit Nebenerkrankungen schwerwiegende Folgen haben. Das Immunsystem wird anfälliger für Krankheiten und die damit verbundene verschlechterte Abwehrlage begünstigt eine Infektion oder gar das Streuen von Krankheitserregern. Gelangen diese Keime in Körperregionen, die sonst frei von Bakterien sind, wie die Harnblase, die Lunge, das Blut oder auch Implantate im Körper, kann es zu gefährlichen Infektionen kommen. Die häufigste Ursache für einen Spätinfekt nach Implantation einer Gelenkprothese sind Bakterien, die über die Blutbahn in das jeweilige Gelenk gestreut wurden. Eine weitere Eintrittspforte sind Hautverletzungen wie Schürfungen, Schleimhautverletzungen bei Darmentzündungen, Blasenentzündungen oder auch Hautschnitte im Rahmen einer Operation oder Katheteruntersuchungen, aber auch chronische Nasennebenhöhlen- oder Zahnentzündungen, über die Bakterien in den Körper eindringen und Infektionen verursachen können. Das Risiko einer Wundinfektion ist bei Diabetes mellitus 1,7-fach, bei Übergewicht (BMI > 40) 3,7-fach, Alkoholabusus 2,8-fach, Nikotinabusus 1,8-fach erhöht. Wenn es sich hierbei gleichzeitig um Bakterien handelt, die eine sog. Multiresistenz gegen Antibiotika, d.h. Keime, die gegen die meisten verfügbaren Antibiotika unempfindlich geworden sind aufweisen, ist die Therapie solcher Infektionen deutlich erschwert und langwieriger, in manchen Fällen lebensbedrohlich.

Hygiene wird bei uns groß geschrieben

Das Einhalten von Hygienerichtlinien hat in unserer Abteilung einen hohen Stellenwert. Die meisten Keime fliegen nicht durch die Luft, sondern werden durch direkten oder indirekten Handkontakt übertragen. Hierzu gehören neben Krankheitserregern in Körperflüssigkeiten (wie z.B. Durchfallerreger) auch Krankheitserreger, die multiresistent sind. Deshalb darf auch nach dem Händewaschen auf eine Händedesinfektion nicht verzichtet werden. Alle Mitarbeiter sind sich dieses wichtigen Themas und der damit bestehenden Verantwortung bewusst und achten im Krankenhausalltag auf regelmäßige Reinigungs- und Desinfektionsabläufe. Wir stehen in direktem Kontakt mit den Hygienefachkräften des Hauses, hier werden Strategien zur Vermeidung von Infektionen, aber auch das Vorgehen im Falle einer Infektion mit ggf. notwendiger Isolierung von Patienten nach aktuellen Hygienerichtlinien besprochen. Regelmäßige Überwachungsaudits sowie der kontrollierte Antibiotikaeinsatz werden durchgeführt und kritisch hinterfragt. Des Weiteren muss jeder Mitarbeiter an jährlichen Hygienefortbildungen teilnehmen, um ständig auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Neue Mitarbeiter werden mit den wichtigsten Prinzipien der Infektionsprophylaxe vertraut gemacht. Hierzu gehört die routinemäßig durchgeführte Händedesinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt sowie nach Beendigen der Arbeit unmittelbar am Patienten. Zudem müssen die Hände vor Tätigkeiten, die eine keimfreie Umgebung erfordern sowie nach Kontakt mit potentiell infektiösen Körperflüssigkeiten, desinfiziert werden. Das Tragen von Einweghandschuhen kann eine Desinfektion der Hände nicht ersetzen. In unserer Abteilung haben CÄ Dr. Miriam Braun, OA Dr. Jörn Afflerbach und OA Dr. Michael Strohe die erforderliche Weiterbildung zum hygienebeauftragten Arzt absolviert.

Standardisierte Screening-Untersuchung unserer Patienten

Unser Team hat sich zur Aufgabe gemacht, das Auftreten von Infektionen durch Präventionsmaßnahmen möglichst zu verhindern. Hierzu gehört neben der präoperativen Optimierung der OP-Fähigkeit bei vorbestehenden Nebenerkrankungen eine Screening-Untersuchung, um mögliche pathogene Keime aufzuspüren. Hierzu führen wir routinemäßig vor Prothesenversorgungen sowie bei Risikopatienten Abstrichuntersuchungen auf pathogene Keime durch. Diese Bakterien gehören bei vielen Menschen zur Hautflora, befinden sich diese Bakterien jedoch in Nase- oder Rachenraum, können diese unter Umständen für eine mögliche Infektion verantwortlich sein. Im Falle eines Keimnachweises erfolgt eine sogenannte Dekontamination mittels antiseptischer Körperwaschung und Nasengel-Anwendung. Diese Maßnahmen werden über einen Zeitraum von 5 Tagen vor einer Operation durchgeführt, die hierfür notwendigen Waschsets werden unsererseits zur Verfügung gestellt. Sollte sich hingegen ein multiresistenter Keim bei diesem Screening nachweisen lassen, muss eine Sanierung durchgeführt und eine Operation bis zum Nachweis des Therapieerfolgs verschoben werden.

Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen!

Nutzen Sie die vor und in jedem Zimmer angebrachten Händedesinfektionsständer vor und nach dem Betreten eines Patientenzimmers und waschen Sie sich nach jedem Toilettengang sorgfältig die Hände, um sie hiernach zu desinfizieren.

Auf Station werden alle Zimmer täglich gereinigt. Bitte helfen Sie uns, die Zimmer und Badezimmer sauber zu halten und melden Sie Vorkommnisse an das Pflegepersonal, damit wir im Falle einer Beanstandung weitere Schritte einleiten können.

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