Patienten-Blutmanagement - Zur Steigerung Ihrer Sicherheit

Bluttransfusionen können im Rahmen einer Operation nötig sein, bergen aber auch Risiken, die in vielen Fällen nicht eingegangen werden müssen. Daher sollte die Entscheidung zur Gabe einer Bluttransfusion kritisch gefasst werden. Bei elektiven (vom Zeitpunkt planbaren) Operationen besteht die Möglichkeit, rechtzeitig vor einer Operation mit der gezielten Behandlung der Ursachen einer bestehenden Anämie (Blutarmut), basierend auf den aktuellen Leitlinien zum Blutmanagement, zu beginnen. In unserer Abteilung haben wir hierzu als Transfusionsbeauftragte Fr. OÄ S. Becker, die sich mit diesem Thema befasst. Das Blutmanagement umfasst bei uns drei Zeiträume:

Den Zeitraum vor der Operation

Vor einer geplanten Operation empfehlen wir eine Untersuchung des Blutbilds, um festzustellen, ob im Blut genügend Sauerstoffträger vorhanden sind oder ob ein erhöhtes Blutungsrisiko während einer Operation vorliegt. In diesem Fall können frühzeitig die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden. Zudem werden in unserer Prämedikationssprechstunde das Blutbild und einige Gerinnungsfaktoren des Patienten kontrolliert, um ggf. auch kurzfristig die Ausgangssituation vor der Operation zu verbessern, um die Gabe einer Transfusion zu vermeiden oder aber auch sonstige Operationsrisiken zu minimieren. Hierzu gehören eine Anpassung der Blutgerinnung an die geplante Operation durch Absetzen der Medikation von Blutverdünnern wie Marcumar oder Xarelto auf niedermolekulares Heparin oder die Behandlung von Anämien schon vor der Operation durch z.B. Eisensubstitution.

Den Zeitraum der Operation

Durch eine patientenindividuelle minimalinvasive Operationstechnik wird das Blutungsrisiko erheblich gesenkt und das Risiko einer Fremdblutgabe minimiert. Durch den Einsatz eines hochmodernen Cellsaver® kann das abgesaugte und aufgefangene Blut gesammelt, gefiltert und gesäubert werden, so dass die roten Blutkörperchen wieder zurücktransfundiert werden können und als Sauerstoffträger zur Verfügung stehen. Dieses System hat die Eigenblutspende in den letzten Jahren zunehmend ersetzt. In vielen Studien ist sehr deutlich belegt, dass der Wärmeerhalt während einer Operation sehr wichtig für die Blutgerinnung ist. Wir achten durch den Einsatz von Wärmedecken auf ein ausgeglichenes Wärmemanagement, um eine Normothermie zu gewährleisten. Zur Kontrolle der Gerinnungsfunktionen im Blut steht uns neben dem eigenen im Hause befindlichen Labor eine Point-of-Care Diagnostik durch ein ROTEM®-Gerät zur Verfügung. Bei stärkerer Blutungsneigung kann während der Operation prophylaktisch Tranexamsäue angewandt werden. Sollte dennoch eine Fremdblutgabe nötig werden, ist dieses durch die eigene Blutbank zu jedem Zeitpunkt in ausreichender Menge sichergestellt.

Den Zeitraum nach der Operation

Neben den Blutwerten wird patientenindividuell die Kreislaufsituation betrachtet und wenn nötig ein auf den Patienten zugeschnittenes Konzept erstellt. Ziel ist es, auch postoperativ eine Fremdblutgabe, wenn medizinisch sinnvoll, zu vermeiden, um die damit verbundenen Risiken zu mindern.

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